Geschliffene Oberflächen verzeihen stärker als polierte. Atmungsaktive Imprägnierungen bewahren Charakter, ohne Poren zu ersticken. Zitrone und Wein werden sofort abgewischt, Untersetzer sind Gewohnheit, nicht Zwang. Travertin liebt Tücher statt Scheuerschwämme. Mit einfachen Routinen bleibt die Haptik seidig, die Farbe satt, und Spuren erzählen von Abenden statt von Fehlern.
Geölte Hölzer kann man punktuell ausbessern, lackierte brauchen seltener Pflege, wirken jedoch distanzierter. Filzgleiter, regelmäßiges Staubwischen in Holzfaserrichtung und bewusst eingesetzte Läufer schützen stark frequentierte Zonen. Mikrokratzer werden Teil der Geschichte, nicht ihr Ende. Eine Familie liebt ihren Tisch mehr, seit er Feste und Alltag sichtbar trägt.
Wolle ist von Natur aus schmutzabweisend, Leinen mag sanfte Waschmittel, Bouclé möchte eher abgesaugt als geschrubbt werden. Bezüge rotieren, Kissen werden aufgeschüttelt, Vorhänge gelegentlich gelüftet. Professionelle Pflege in längeren Intervallen erhält Griff und Fall. So bleibt der stoffliche Reichtum präsent, ohne neu und doch niemals nachlässig zu wirken.